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Paddeltage am Neckar – bei schönem Wetter kann es jeder

Wer kennt es nicht das Kinderspiel ich packe meinen Koffer, bei dem in den Koffer immer noch etwas dazu gepackt wird. Für mich war die Vorbereitung auf meine erste Gepäcktour irgendwie genau umgekehrt. Ich hatte im Kopf was ich sonst immer beim Zelten dabei hatte und nahm gedanklich ein Gepäckstück nach dem anderen aus dem Koffer, um auf eine bootstaugliche Menge zu kommen. Ein Test zu Hause mit Boot und Gepäck ging gut aus. So konnte dem Beginn der Gepäcktour eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Doch die Eisheiligen machten uns mit schlechtem Wetter und einer starken Abkühlung der Temperaturen einen Strich durch die Rechnung, so dass Bernhard die Tour nach Absprache mit allen Teilnehmern um einen Tag verschob, da das Wetter in den nächsten Tage etwas besser werden sollte.

Am Donnerstag Mittag holte ich Thomas ab, um nach Heilbronn zu fahren, wo wir uns mit Bernhard, Elisabeth, Sonja und Beate treffen wollten. Natürlich war ich schon etwas nervös und gespannt, was da so auf mich zukommen würde. Als erstes war es schon mal nicht ganz so einfach zum Bootshaus zu kommen, da man dafür über eine kleine Schleusenbrücke fahren musste, die eigentlich ein Fuß- und Radweg war. Ich dachte das wäre falsch und nahm eine andere Route mit einem kurzen Stück durch einen Park, was letztendlich noch falscher war. Am Bootshaus wurden wir von ein paar Vereinsmitgliedern freundlich begrüßt und schon bald trafen Bernhard und Elisabeth ein. Bernhard klärte ab, dass wir im Bootslager schlafen durften, da es nach Regen aussah und wir so wenigstens die erste Nacht im Trockenen schlafen würden. Danach machten sich Bernhard und Elisabeth an den Aufbau ihres Faltbootes.  Beate und Sonja trafen etwas später ein, da sie schon ihr Auto für Sonntag versetzt hatten. Beim Abendessen konnten wir tatsächlich noch einmal die Sonne sehen. 

Nach einer kalten Nacht startete der nächste Morgen recht trocken aber mit Wolken am Horizont. Nach dem Frühstück hieß es Boote laden und die letzten Sachen zur Not im Auto lassen. Als mein Boot fertig geladen am Bootssteg stand war ich schon erleichtert. Heute waren 32km bis Neckarelz geplant. Natürlich wurde vor dem Start, wie bei Bernhard so üblich, noch ein wenig Frühsport zum Aufwärmen gemacht. Vom Bootshaus aus starteten wir dann auf einem Seitenkanal Richtung Innenstadt. Es war ein schönes Gefühl endlich lospaddeln zu können. Um auf den Neckar zu gelangen, mussten wir noch durch eine Handschleuse fahren, was gar nicht so einfach klappte wie gedacht. Thomas stieg aus, schloss die Tore und ließ das Wasser ab. Leider waren die Tore zur Ausfahrt wirklich sehr widerspenstig, so dass ich auch noch ausstieg und wir die Tore erst nach sehr langem, kraftraubenden Rütteln und Schieben auf bekamen. Kalt war uns spätestens jetzt nicht mehr. Wieder im Boot ging es weiter Richtung Neckar. Das Wetter war eine wilde Mischung aus kurzen sonnigen Momenten, in denen ich kurz davor war meine Paddeljacke auszuziehen, kurzen Regenschauern und plötzlich aufkommendem Gegenwind. Nach Neckarsulm kam die erste Schleuse und wir hatten Glück und wurden geschleust. Leider mussten wir einige Zeit warten, da ein Frachter, der gerade los fuhr, vor uns geschleust wurde.


Beim Steg des Rudervereins Bad Wimpfen machten wir Mittagspause, bevor es weiter Richtung Neckarelz ging. An der Schleuse Gundelsheim hatten wir richtig Pech, denn wir wurden nicht geschleust und als wir beim Aussteigen waren, fing es richtig stark an zu regnen. Ausgerechnet an dieser Schleuse gab es im Unterwasser  keine Möglichkeit das Boot ins Wasser zu schieben, sondern die Boote mussten eine Treppe hinunter getragen werden, um sie ins Wasser zu lassen. Das war mit Bernhards Faltboot natürlich richtig anstrengend, aber mit vereinten Kräften gelang uns auch dies. Gut dass Bernhard für alle Fälle gerüstet war und Trageschlaufen dabei hatte. Wieder im Boot sagte Bernhard beim Ruderclub in Neckarelz Bescheid, dass es bei uns später werden würde, da uns die Schleusen heute richtig Zeit gekostet hatten. Um halb acht kamen wir schon recht KO am Ruderclub an. Wir wurden sehr nett begrüßt und durften sogar im Bootshaus schlafen, was uns nach dem teilweise nassen und sehr langen Tag sehr recht war. Eine heiße Dusche und etwas warmes zu Essen taten jetzt wirklich gut.

Am nächsten Morgen machte ich einen kleinen Spaziergang durch Neckarelz und besorgte Brötchen. Heute waren 22 km bis nach Eberbach geplant. Das Packen war für mich schon etwas stressfreier, da ich ja wusste, dass alles ins Boot passt und zum Glück hatten wir keine nassen Zelte zu verstauen. Nach Frühsport und der nächsten Einheit  Kanuzeichensprache ging es gegen 10 Uhr los. Das Wetter war zwar weiterhin recht durchwachsen, aber der Neckar war schön zu paddeln mit seinen Schleifen und immer wieder auftauchenden Burgen am Rande. Ein bisschen mehr Strömung hatte sich der ein oder andere schon ab und zu gewünscht. Heute hatten wir mit den beiden Schleusen mehr Glück und wurden beide Male geschleust.

Beim Bootshaus des Kanuclubs Forelle Neckargerach machten wir unsere Mittagspause. Das Wetter hielt, bis wir am Wiedereinstieg waren, dann öffnete der Himmel wieder mal die Schleusen. Jetzt ging es weiter nach Eberbach. Die Stecke war weiterhin richtig schön und die Sonne kam auch wieder ab und zu heraus. Gegen halb fünf kamen wir am Bootshaus des KC Eberbach an und wurden dort herzlich begrüßt. Da das Vereinsgelände sehr steil ist, durften wir im Bootshaus schlafen. Da es noch nicht so spät war, ging ich mit Thomas noch durch den Ort zum nächsten Rewe, um unseren Nahrungsvorrat zu ergänzen. Wieder zurück wurde gemeinsam gegessen. Ich war, wie jeden Abend überrascht, wie kreativ Bernhard beim Kochen ist. Da macht sich seine jahrelange Erfahrung natürlich bemerkbar. Ich konnte wieder für meine nächste Tour reichlich Ideen und Anregungen sammeln.

Für den nächsten Tag war etwas besseres Wetter gemeldet, aber leider war der Himmel bei unserem morgendlichen Frühsport immer noch recht trüb. Es sollte 26km bis zum Zeltplatz Haide in Neckargemünd gehen. Heute hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich so richtig im Paddelrhythmus war und das Paddeln ging richtig leicht und rund. Nach den ersten 5 km kamen wir in Hirschhorn, einem malerischen Ort am Neckarufer, zur Schleuse und wurden zu unser aller Erleichterung geschleust.

Das Wetter wurde nun auch etwas sonniger und wir machten Mittagspause an der Fähre in Neckarhausen. Diejenigen, die im letzten Herbst bei der Neckartour dabei waren, werden diese schöne Stelle noch in Erinnerung haben. Frisch gestärkt ging es weiter. An der Schleuse in Neckarsteinach hatten wir leider kein Glück und wir mussten umtragen. Aber heute hatten wir wenigstens für Bernhard´s Faltboot und Thomas eine Schiebelore, die auch direkt ins Wasser ging. Danach waren wir schon fast in Neckargemünd, wo Sonja und Beate an Land gingen, da dort schon ihr Auto wartete.

Ich fuhr noch mit bis zum Campingplatz, um dort mein Boot zu lassen und mein Auto zu holen. Leider war der Ausstieg dort sehr schwierig, da es nicht den im Prospekt verkündeten Bootssteg gab und das Ufer sehr steinig war. Aber auch diese Probleme wurden gemeistert. Für mich hieß es dann zum Bahnhof laufen, nach Heilbronn fahren, zum Auto laufen und wieder zurück nach Neckargemünd, um mein Boot zu laden, da ich am nächsten Tag wieder arbeiten musste.

Bernhard, Elisabeth und Thomas fuhren nach der ersten (natürlich kalten) Nacht im Zelt am Montag noch bis Heidelberg. Zum Glück wurden sie beide Male geschleust.Ich muss sagen, meine erste Gepäcktour war ein tolles Erlebnis und ich habe eine neue schöne Seite des Kanusports kennengelernt. Ich freue mich schon auf die nächste Tour, vielleicht bei besserem Wetter.

Zum Schluss ein ganz großes Dankeschön an Bernhard, der die Fahrt so toll organisiert hat.

Stefan Adam

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