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Kajak-Sicherheitskurs: Sicher paddeln – richtig retten

Der erste Blick an diesem Samstagmorgen ging – wie so oft in den vergangenen Wochen – auf den Rheinpegel. Leider setzte sich der Abwärtstrend fort, Regen war weiterhin nicht in Sicht. Damit war schnell klar: Der geplante Sicherheitskurs am Kief musste an den Germersheimer Hafen verlegt werden. Dort bot ein breiter Kiesstrand zwar reichlich Platz, vor allem aber noch genügend Wasser unter dem Kiel, um die Kenter- und Rettungsübungen ohne Grundberührung durchführen zu können.

Geleitet wurde der Kurs von Mark Denny, der die Übungsleiterlizenz C und die Vereinsmanagerausbildung C besitzt und sowohl im Kanurennsport auf der Flachbahn als auch im Wildwasser zu Hause ist. Zum Auftakt standen drei Stunden Theorie für die 17 Teilnehmer auf dem Programm.

Ausrüstung und Sicherheit, Risiken auf Flüssen, Paddeltechnik, Kenterübungen und Wiedereinstieg, Wurfsack- und Rettungstechniken sowie Gruppenmanagement und Kommunikation waren die wichtigsten Themen. Mark hatte noch einige Buch-Tipps und wird uns beim nächsten Mal wichtige Knoten zeigen.

Nach einer wohlverdienten Mittagspause im Bootshaus ging es zunächst um eine ganz praktische Frage: Wie kommen die Kajaks sicher auf den Anhänger? Die Teilnehmer lernten, wie Boote optimal positioniert und rutschsicher verzurrt werden – wobei empfindliche Carbonkajaks und Faltboote selbstverständlich auf der obersten Ebene ihren Platz finden.

Anschließend ging es zum Germersheimer Hafen. Nach weiteren Infos wurden zwei Gruppen gebildet und dann hieß es: ab ins Wasser!

Während Peter mit seiner Gruppe Grund- und Bogenschläge übte, zeigte Mark der zweiten Gruppe verschiedene Möglichkeiten des Wiedereinstiegs nach einer Kenterung. Dabei zeigte sich schnell: Wer keine Nasenklammer dabeihatte, bekam unfreiwillig eine besonders intensive Verbindung zum warmen Hafenwasser. Die Fortgeschrittenen konnten ihre Kenterrolle weiter perfektionieren, wobei Thorsten und Marcel wertvolle Tipps gaben. Für die Anfänger standen zunächst alternative Wiedereinstiegstechniken auf dem Programm. Beim sogenannten Cowboysitz wird beispielsweise über das Heck zurück in Richtung Luke gerutscht.

Auch die T-Rettung und die H-Technik wurden praktisch geübt. Bei der klassischen T-Rettung werden die beiden Kajaks im rechten Winkel zueinander positioniert. Das gekenterte Boot wird angehoben und über das Helferboot gezogen, damit das Wasser aus dem Cockpit ablaufen kann. Anschließend wird es wieder ins Wasser gedreht und vom Helfer stabilisiert, bevor der Kenternde über das Achterdeck zurück ins Cockpit steigt. Die T-Rettung gilt insbesondere im Seekajakbereich als bewährte Partnerrettung. Bei der H-Technik liegen die Boote dagegen parallel und versetzt zueinander. Dadurch bleibt der Retter näher am gekenterten Paddler und kann ihn direkt unterstützen und das Boot kontrollieren. Gerade in Situationen, in denen ein schnelles Aufrichten oder ein Re-Entry & Roll erforderlich ist, kann diese Technik Vorteile bieten.

Eine Erkenntnis des Tages war schnell gewonnen: Wiedereinstieg muss man regelmäßig üben! Deshalb soll das Techniktraining künftig auch im Winter fest auf dem Trainingsplan stehen, Thorsten und Marcel sind hier schon aktiv bei der Organisation. Und die besonders Ehrgeizigen arbeiten weiter an der Kenterrolle. Mit der richtigen Technik und einem guten Hüftschwung ist sie auch für ältere Paddler durchaus erlernbar.

Nach einem heißen, anstrengenden und vor allem lehrreichen Tag waren schließlich alle müde. Da kam ein kühles Bier am Abend gerade recht.

Unser Dank gilt Mark und Peter für die Vorbereitung und Durchführung des Sicherheitskurses sowie Thorsten und Marcel für die Unterstützung. Wir haben viel gelernt, einige nützliche Erkenntnisse mitgenommen – und sind schon gespannt auf den nächsten Kurs!

Bettina Milde

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