| | | |

Rheintour von Germersheim nach Mainz

Meine erste Gepäckfahrt im Frühsommer hatte mir so viel Spaß gemacht, dass für mich klar war, dass ich gerne wieder bei einer Gepäcktour dabei bin, wenn meine Zeit es mir ermöglicht. Und so freute ich mich schon als es am 12.9. auf die Rheintour von Bernhard nach Mainz ging. Das Packen war diesmal etwas einfacher, da ich ja schon die ersten Erfahrungen sammeln durfte. Aber sicherheitshalber hatte ich dann doch mein Boot mit nach Hause genommen, um alles einmal Probe zu packen. Samstagmorgen ging es um 11 Uhr mit Sonja, Bernhard und Thomas in Germersheim los Richtung Ludwigshafen. Die heutige Etappe war die Strecke, die wir auch immer bei der Damenfahrt paddeln und mir als Neuling daher bekannt, aber weiter hatte ich den Rhein bisher noch nicht befahren.

Unsere Mittagspause machten wir bei richtig schönem Wetter gegenüber von Speyer. Durch den sehr niedrigen Wasserstand war wenig Schiffsverkehr unterwegs. Frisch gestärkt ging es dann weiter bis zur Paddler Gilde Ludwigshafen, die wir von der Altrheinseite anfuhren, da die Treppe an der Vorderseite wegen des Wasserstandes nicht gut erreichbar war. Nach einiger Wartezeit kam dann auch jemand vom Verein, der uns die Pforten öffnete und uns sogar erlaubte im Gebäude zu schlafen, was uns sehr recht kam, denn für den nächsten Tag war Regen gemeldet. Diesmal wurde im Gegensatz zu meiner ersten Gepäcktour abends immer abwechselnd gemeinsam gekocht. Heute Abend gab es von Thomas Gnochi mit selbst gemachter Gemüse-Sahnesauce, echt lecker.

Am nächsten Morgen wurde das Wetter gecheckt, da nicht ganz klar war, wann es regnen würde. Wir beschlossen gleich nach dem Frühstück loszufahren, da es nach Regen aussah. So wurde recht flott gepackt und es ging in die Boote und auf den Rhein Richtung BASF. Im Laufe des Tages sah es mehrmals so aus, als ob es regnen würde und so wurden einige Regenjacken-Wechsel-Stopps gemacht. Das Wetter drohte mit Regen in der Ferne und wenn alle Jacken angezogen waren, wurde es meist wieder warm bis alle Jacken wieder ausgezogen waren und dann ging es wieder von vorne los.

Im Bereich der BASF war auch wieder, vielleicht auch dem Sonntag geschuldet, angenehm wenig Schiffsverkehr. Heute waren nur 24 km zu paddeln, daher waren wir recht früh in Worms beim Kanuverein Worms e.V. Eigentlich wollten wir beim Faltbootclub übernachten, aber dessen Vereinsheim war wegen des Niedrigwassers gar nicht anfahrbar. Der Ausstieg hier war auch nicht ideal, aber nachdem wir das Gepäck über eine recht steile Treppe am Kanuheim ausgeladen hatten, wurden wir freundlich begrüßt und durften unser Lager im Bootslager aufschlagen.

Thomas, Sonja und ich schauten uns noch ein wenig in der Umgebung um. Heute Abend war Bernhard mit Kochen dran und es gab Chili sin Carne, was richtig lecker war. Ich war auch wieder beeindruckt wie viele Gewürze Bernhard in seiner Bordküche dabei hat. Da merkt man doch seine lange Erfahrung und vielleicht auch ein wenig den Platzvorteil eines Faltbootes.

Montagmorgen ging es bei bestem Wetter weiter Richtung Guntersblum. Gegen 12 Uhr machten wir eine erste Pause auf einer wunderschönen Sandbank in Höhe des ehemaligen AKW Biblis. Da wir gut vorankamen und wir nur 30 km zu paddeln hatten, machten wir dann gegen zwei noch eine Pause zum Essen und einer kleinen Siesta. Das Wetter war so schön und warm geworden, dass wir uns einen Platz mit etwas Schatten suchten.

Um 17 Uhr kamen wir bei den Wassersportfreunden Guntersblum an. Naja nicht wirklich ganz, denn wegen des niedrigen Wasserstandes mussten wir an der NATO-Rampe etwas weiter vorher anlanden und die Boote auf Bootswagen zum Haus ziehen. Aber mit gemeinsamen Kräften gelang dies gut.

Ich muss sagen, das Haus war mein Highlight der Tour. Es war richtig schön alleine gelegen und wir durften im Haus übernachten und dort gab es sogar zwei Schlafräume mit Hochbetten und eine Küche, die wir benutzen durften. Und so gab es abends auf der Terrasse des Hauses eine leckere Linsensuppe mit Tofu von Sonja gekocht. So konnten wir den Tag richtig schön ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen begann schon unsere letzte Etappe Richtung Mainz. Es sollten nicht allzu weite 31 km werden und so nutzten wir das tolle Wetter, um schon kurz nach elf einen schön am Wasser gelegenen Biergarten anzusteuern. Langsam veränderte sich das Ufer und man sah Weinberge des Weinbaugebietes Rheinhessen.

Die Mittagspause machten wir auch wieder an einer schönen einsamen Bucht, die sich leider beim Aussteigen als schlammiger erwies als gedacht. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir unser Ziel in Mainz. Wir luden unsere Boote aus und danach wurden die Zelte aufgebaut. Thomas und ich gingen danach zum Kaufland, um für´s Abendessen frisches Gemüse einzukaufen. Heute war ich mit Kochen dran und es gab Wok Gemüse mit Reis und Putenbrust für die Nicht-Vegetarier. Schon eine Herausforderung, das Essen auf zwei Campingkochern zuzubereiten. Aber zum Glück hatte ja Bernhard seinen großen Wok Topf dabei. Ich fand es richtig schade, dass das schon unser letzter Tag war, denn ich wäre jetzt richtig in Stimmung gewesen, bei dem schönen Wetter noch das Mittelrheintal zu paddeln.


Am nächsten Morgen machten sich Bernhard und Thomas auf den Rückweg nach Landau. Ich paddelte noch eine Runde auf dem Rhein und genoss das schöne Wetter. Gegen 16 Uhr waren Thomas und Bernhard wieder mit dem Anhänger zurück und wir verluden die Boote, so dass wir gegen 19 Uhr wieder in Germersheim ankamen. Es war eine echt schöne Tour, bei der ich den Rhein wieder etwas weiter entdecken durfte.

Vielen Dank an Bernhard, der die Tour so toll organisiert hat.

Stefan Adam

Ähnliche Beiträge