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Pfingst-Tour auf der Moder im Elsass

Am Pfingstmontag brannte die Sonne von einem blauen wolkenlosen Himmel wie im Hochsommer und der Pegel stand bei 55 cm. Das war knapp und man musste vorab überlegen, welches Boot noch Wasser unter dem Kiel haben würde. Wir ließen uns nicht davon abbringen ein Carbonkajak und einige Kanus mitzunehmen, nach dem Motto: Wird schon passen und notfalls könnte man auch etwas treideln. Peter hatte die Strecke von Drusenheim nach Neuhäusel mit 21 km geplant und vorab die Fahrereinteilung und den Personentransport organisiert, da konnte also nichts mehr schiefgehen.

Die Moder ist ein etwa 82 Kilometer langer Fluss im Elsass und ein linker Nebenfluss des Rheins. Sie entspringt in den Nordvogesen nahe Zittersheim und mündet bei Iffezheim in den Rhein. Entlang ihres Verlaufs liegen Orte wie Wingen-sur-Moder, Ingwiller, Haguenau und Bischwiller. Der Fluss gehört zu den wichtigsten Gewässern des nördlichen Elsass. Der Name „Moder“ stammt vermutlich aus der keltischen Zeit und hat nichts mit „modrig“ zu tun. Bereits 702 wurde der Fluss als „Matra“ erwähnt. Sprachforscher vermuten einen Zusammenhang mit der gallischen Göttin „Matrae“, die für Fruchtbarkeit und Schutz stand. Deshalb könnte der Name „Mutterfluss“ oder „lebensspendender Fluss“ bedeuten. Die Herkunft zeigt den starken keltischen Einfluss im Elsass.


Im Oberlauf fließt die Moder durch bewaldete Täler der Vogesen mit klarem Wasser und naturnaher Umgebung. Weiter östlich erreicht sie die Rheinebene mit Wiesen, Feldern und typischen elsässischen Dörfern. Zahlreiche Nebenflüsse speisen die Moder. Früher nutzten Mühlen und Handwerksbetriebe die Wasserkraft des Flusses, heute spielt er vor allem für Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus eine Rolle. Auch geschichtlich war die Moder bedeutend. Während verschiedener Kriege verliefen entlang des Flusses wichtige Frontlinien. Besonders die Stadt Haguenau entwickelte sich dank der Moder zu einem Handels- und Handwerkszentrum.

In Drusenheim sammelten wir uns am Einstieg, um dann mit einer gemächlichen Strömung den Fluss hinunterzupaddeln. Nach ca. 10 km hatten wir alle Hunger auf ein kleines Mittagspicknick, danach schlängelten wir uns durch blühende Wasserpflanzen, die von lila Faltern umsurrt wurden.

Unterwegs sinnierten wir noch über die Gefährlichkeit von umgestürzten Bäumen und tiefhängenden Ästen, an denen man sich bloß niemals und auf gar keinen Fall festhalten sollte, wenn man nicht baden gehen will. 5 Minuten später geriet ein 2er Kajak in die Äste am Ufer und zack war`s passiert. Außerdem war noch der Verlust einer Brille zu beklagen, die trotz Tauchversuchen nicht wieder auftauchte (Die Namen der Pechvögel werden hier nicht verraten).

Die Tour auf der Moder war wieder wunderschön, bestimmt werden wir diese nächstes Jahr wiederholen. Vielen Dank an Peter für die Organisation und an alle, die am Abend vorher die Boote geladen haben.

Bettina Milde

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